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Nicht schön, aber effektiv

SV Remagen II – SG OASF/Barweiler 1:1 (0:0)

In einem weiteren Nachholspiel reiste die Mannschaft von Walter Porz mit 15 Spielern auf den alten und eigentümlichen Kunstrasen in Remagen. Im Kader befand sich, bedingt durch die Ausfälle von Marcel Ewinger und Yannick Dreser, auch zum ersten Mal überhaupt in der Saison Thomas Reicharz, der auch sofort von Beginn an als Libero aufgestellt wurde.

Vor einer gefühlten Geisterkulisse, der vier Personen umfassende Anhang der Gäste war den Remagener Zuschauern zahlenmäßig überlegen, waren die Gastgeber von der ersten Minute an die spielbestimmende Mannschaft. Ihnen wurde gegen eine sehr tief stehende Oberahrtaler Abwehr im Mittelfeld zu viel Platz gelassen, sodass sie mehrmals zu Schüssen aus der zweiten Reihe kamen, die aber letztlich nicht gefährlich waren. Auf der anderen Seite war ein Offensivspiel praktisch nicht vorhanden. Dabei machte die Defensive des SVR in den wenigen Situationen, in denen sie gefordert wurde, einen alles andere als sattelfesten Eindruck. Leider waren Spielzüge über mehr als zwei Stationen ohne Fehlpass aber eine absolute Seltenheit im Spiel der Gäste, sodass Torgefahr nicht einmal ansatzweise aufkommen konnte. Trotzdem hätten die OASF-Spieler Mitte der ersten Halbzeit einen Elfmeter zugesprochen bekommen müssen. Nach einem Zuspiel von Manuel Emmerichs lief Sebastian Sesterheim in den Strafraum, legte den Ball am unnötigerweise herauseilenden Remagener Torwart vorbei und wurde anschließend von diesem zu Boden befördert. Der schwach leitende Unparteiische entschied allerdings auf weiterspielen. Auf der anderen Seite traf er dann kurz vor der Pause die nächste gravierende Fehlentscheidung. Ein Spieler des SVR entschied ein Laufduell gegen Thomas Reicharz für sich und wurde anschließend von diesem sowie dem heraneilenden Christian Kaster kurz vor der Strafraumgrenze in die Zange genommen, wodurch er zu Fall kam. Dies wertete der Schiedsrichter als Notbremse und verwies Christian Kaster des Feldes, was aus dem einfachen Grund falsch war, dass noch ein weiterer Gästespieler ins Spielgeschehen hätte eingreifen können. Den folgenden Freistoß konnte Remagens bester Torschütze Jens Birkelbach, der im Hinspiel doppelt getroffen hatte, trotz perfekter Position nicht gefährlich aufs Tor bringen.

Wie schon in der Vorwoche nahmen die Gäste in der zweiten Halbzeit den Platzverweis zum Anlass, mit mehr Einsatz zu spielen und energischeres Zweikampfverhalten an den Tag zu legen. Aufgrund der Unterzahl beschränkte man sich weitestgehend auf die Zerstörung des gegnerischen Spiels. Dies allerdings fiel ungleich schwerer als am Wochenende, weil Remagen nicht wie Dernau kopflos anrannte und die Bälle blind in den Strafraum schlug, sondern immer wieder versuchte, durch geduldiges Spiel über die Flügel zum Erfolg zu kommen. Zunächst verfehlte ein Kopfball das Tor knapp, dann strich ein Volleyschuss nach einer Flanke nur knapp über die Latte. Ansonsten fanden die Gastgeber gegen die dicht gestaffelte Gästedefensive kaum einmal Lücken. Nach etwa 75 Minuten hatten sie das Abwehrbollwerk dann aber doch geknackt. Nach einem Einwurf von der linken Außenbahn wurde der Ball schnell auf die rechte Seite gespielt, von wo eine präzise Flanke auf den langen Pfosten geschlagen wurde. Ein dort lauernder Angreifer nutzte dies aus, indem er gegen die Laufrichtung des chancenlosen Marcel Ley zum 1:0 einköpfte. Im Anschluss folgte eine kurze Druckphase der Gäste. Nach einem Freistoß von Silvio Schüller klärte der SVR-Torwart gegen den einköpfbereiten Fabian Hideg. In Folge einer weiteren Oberahrtaler Standardsituation kamen die Gastgeber zu einem vielversprechenden Konterangriff, allerdings vereitelte Florian Schmitz mit starkem Einsatz einen möglichen Abschluss im Strafraum. Bis zur 89. Minute sah eigentlich alles nach einem Sieg für den SVR aus. Dann aber drang Sebastian Sesterheim nach einem der wenigen Konterangriffe in den gegnerischen Strafraum ein und konnte dort wieder einmal nur durch ein grobes Foul, das aber nur mit der gelben Karte bestraft wurde, gestoppt werden. Die logische Konsequenz war ein Elfmeter, den Silvio Schüller mit einem platzierten Schuss, der gleichzeitig der erste und einzige Torschuss der Gäste im gesamten Spiel war, sicher verwandelte. Da in der folgenden Nachspielzeit keine der beiden Mannschaften noch einmal gefährlich vors Tor kam, endete die Partie unentschieden.

Fazit: Auch wenn das Spiel mit dem späten Ausgleich in Unterzahl noch ein gutes Ende nahm, sollte man nicht die Augen davor verschließen, dass die spielerische Leistung eine absolute Katastrophe war. Die Abwehr der Gastgeber zeigte sich oftmals unsicher, allerdings konnte dies aufgrund einer eklatanten Fehlerquote im Offensivspiel nicht ausgenutzt werden. Erschwerend kamen der nicht gegebene Elfmeter und die unberechtigte rote Karte in der ersten Halbzeit hinzu. Zudem ist es doch recht verwunderlich, dass die komplette Mannschaft allem Anschein nach erst in Unterzahl anfängt, den Kampf anzunehmen und energisch in die Zweikämpfe zu gehen. Mit der zu Beginn gezeigten Einstellung wird im folgenden Derby nichts zu holen sein.

Es spielten: Marcel Ley – Thomas Reicharz – Manuel Emmerichs, Markus Müller, Christian Kaster, Florian Schmitz – Julian Leibrock (60. Max Niggemann), Fabian Hideg, Silvio Schüller – Sebastian Sesterheim (90. Peter Klein), Martin Emmerichs